Preise festlegen als Online-Sprachlehrkraft

So kalkulierst du deinen Stundenpreis als Online-Lehrkraft: Plattformgebühr, Steuern, Rentenversicherung, Ausfälle, dazu Pakete und Preiserhöhungen.

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Leg deinen Preis von unten her fest, nicht nach dem günstigsten Profil auf der Plattform. Starte mit dem Betrag, den du im Monat zum Leben brauchst, schlag Steuern, Kranken- und Rentenversicherung sowie Plattformprovision drauf, berücksichtige Vorbereitungszeit und unbezahlte Lücken und rechne aus, wie viele bezahlte Stunden realistisch sind. Das Ergebnis ist dein Mindestpreis. Erst dann schaust du, was vergleichbare Lehrkräfte nehmen, und positionierst dich.

Warum dein Stundenpreis nicht dein Stundenlohn ist

Eine Unterrichtsstunde kostet selten nur 60 Minuten. Dazu kommen:

  • Vor- und Nachbereitung,
  • Nachrichten und Terminabsprachen,
  • unbezahlte Probestunden und Absagen,
  • Verwaltung: Rechnungen, Buchhaltung, Steuer,
  • Fortbildung und Werbung in eigener Sache.

Außerdem behält die Plattform einen Anteil, und als Selbstständige oder Selbstständiger zahlst du Krankenversicherung und unter Umständen Rentenversicherung allein. Urlaub und Krankheitstage bringen kein Geld.

Schritt für Schritt kalkulieren

Die Zahlen unten sind reine Beispielwerte, um die Methode zu zeigen. Sie sind keine Marktdurchschnitte und keine Empfehlung, was du verdienen solltest. Setz deine eigenen Werte ein.

Schritt Beispielwert
1. Wunsch-Nettobetrag pro Monat 2.000 €
2. Aufschlag für Einkommensteuer, Kranken- und Rentenversicherung (Beispiel: 35 %) 2.000 € ÷ 0,65 ≈ 3.080 €
3. Betriebskosten pro Monat (Technik, Software, Internet-Anteil) + 100 € = 3.180 €
4. Unterrichtswochen im Jahr nach Urlaub und Krankheit (Beispiel: 44) 44 ÷ 12 ≈ 3,7 Wochen je Monat
5. Bezahlte Stunden pro Woche, die du durchhältst (Beispiel: 22) 3,7 × 22 ≈ 81 Stunden je Monat
6. Mindestpreis netto je Stunde 3.180 € ÷ 81 ≈ 39,30 €
7. Plattformprovision einrechnen (Beispiel: 25 %) 39,30 € ÷ 0,75 ≈ 52,40 € Listenpreis

Wie hoch Steuern und Sozialabgaben bei dir tatsächlich sind, hängt von deiner Lage ab. Grundlagen zu Freiberuflichkeit, Kleinunternehmerregelung und Rentenversicherungspflicht stehen unter Steuern als freiberufliche Lehrkraft. Die Provisionsmodelle erklärt Preply oder italki.

Liegt dein Ergebnis weit über dem, was Lernende auf deiner Plattform für ähnliche Profile zahlen, hast du drei Stellschrauben: mehr bezahlte Stunden, weniger Kosten oder besser bezahlte Arbeit, etwa direkte Kundschaft oder eine Spezialisierung.

Positionierung: was einen höheren Preis trägt

Lernende vergleichen Profile in Sekunden. Höhere Preise lassen sich leichter begründen, wenn dein Profil ein klares Ergebnis verspricht:

  • eine Spezialisierung wie Business English oder Prüfungsvorbereitung,
  • anerkannte Qualifikationen und belegte Erfahrung,
  • Bewertungen, die Ergebnisse nennen,
  • Verfügbarkeit zu begehrten Zeiten.

Allgemeine Konversation ist das umkämpfteste Segment. Wer hier unterrichtet, gewinnt eher über Bindung und Bewertungen als über Zertifikate.

Pakete und klare Regeln

Pakete glätten dein Einkommen und senken den Verwaltungsaufwand pro Stunde:

  • Stundenpakete mit 5, 10 oder 20 Stunden, kleinem Rabatt und Ablaufdatum,
  • Monatsmodelle mit fester Stundenzahl,
  • Kurze Intensivkurse, etwa vor einem Vorstellungsgespräch oder einer Prüfung.

Bei direkter Kundschaft hältst du die Bedingungen schriftlich fest: Zahlung im Voraus, Absagefrist, was mit ungenutzten Stunden passiert. Werkzeuge für Buchung und Zahlung findest du unter Tools für selbstständige Lehrkräfte.

Bei Firmenkunden kommt die Frage nach der Umsatzsteuer hinzu. Ob du sie ausweisen musst, hängt von Kleinunternehmerregelung und möglichen Steuerbefreiungen für Unterrichtsleistungen ab. Kläre das, bevor du ein Angebot schreibst.

Absagen und Lücken einplanen

Unbezahlte Lücken sind der heimliche Preisfresser. Wenn von 25 geplanten Stunden pro Woche regelmäßig drei ausfallen, fehlen dir übers Jahr mehrere Wochen Einkommen. Zwei Gegenmittel: eine klare Absagefrist mit Bezahlung bei kurzfristigen Absagen und eine Warteliste, über die du frei gewordene Zeiten schnell neu vergibst. In deiner Kalkulation solltest du die Zahl der bezahlten Stunden lieber vorsichtig ansetzen.

Preise erhöhen

Preise, die nie steigen, schrumpfen real. Eine einfache Routine:

  1. Einmal im Jahr prüfen oder sobald du regelmäßig ausgebucht bist.
  2. Zuerst für Neue erhöhen. Der Profilpreis steigt, Bestandskundschaft behält ihren Preis noch eine Weile.
  3. Rechtzeitig ankündigen, etwa ein bis zwei Monate vorher, kurz und freundlich begründet.
  4. Mit Mehrwert verbinden, etwa einer neuen Qualifikation oder Spezialisierung.

Einige werden gehen. Das ist normal und schafft Platz für Lernende, die deine Arbeit zum neuen Preis schätzen.

Plattform oder direkte Kundschaft

Auf einer Plattform Direkte Kundschaft
Preisgestaltung Vom Plattform-Markt beeinflusst Ganz bei dir
Provision Ja Nein, aber Zahlungs- und Softwarekosten
Lernende finden Plattform hilft Machst du selbst
Verwaltung Größtenteils erledigt Rechnungen, Mahnungen, Datenschutz

Viele nutzen beides: die Plattform für neue Lernende und eine wachsende Stammkundschaft zu einem höheren effektiven Satz. Den Überblick über Plattformen findest du unter Lehrplattformen im Vergleich.

Häufige Fragen

Soll ich mit einem niedrigen Preis starten?

Ein leicht reduzierter Einstiegspreis kann einem neuen Profil helfen. Sehr niedrige Preise ziehen aber Lernende an, die bei der ersten Erhöhung gehen. Besser: tragfähiger Preis plus befristetes Einstiegspaket.

Was verlangen Online-Sprachlehrkräfte?

Die Spanne ist riesig und hängt von Sprache, Schwerpunkt, Plattform und Land ab. Schau dir Lehrkräfte mit ähnlichem Profil auf deiner Plattform an, statt dich an pauschalen Durchschnittswerten zu orientieren.

Muss ich auf meinen Stundenpreis Umsatzsteuer aufschlagen?

Das hängt davon ab, ob du die Kleinunternehmerregelung nutzt und ob deine Unterrichtsleistung unter eine Steuerbefreiung fällt. Kläre das mit dem Finanzamt oder einer Steuerberatung, bevor du Preise an Firmenkunden nennst.

Darf ich kurzfristige Absagen berechnen?

Mit direkter Kundschaft ja, wenn du es vorher schriftlich vereinbarst, etwa in deinen Geschäftsbedingungen. Auf Plattformen gelten deren Regeln.

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