DaF/DaZ-Qualifikationen: Wege zur Lehrbefugnis

Welche Qualifikation du für DaF/DaZ brauchst: Studium, BAMF-Zulassung für Integrationskurse, Zusatzqualifizierung, Goethe-Fortbildungen und Zertifikate.

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Eine einheitliche „Lehrbefugnis“ für Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache gibt es nicht. Welche Qualifikation du brauchst, hängt vom Einsatzort ab: Für Integrationskurse in Deutschland brauchst du eine Zulassung des BAMF, für Volkshochschulen, private Sprachschulen und Online-Plattformen gelten deren eigene Anforderungen. Der direkteste Weg ist ein Studium DaF/DaZ, daneben führen Zusatzqualifizierungen und Fortbildungen in den Beruf.

Allgemeine Orientierung, keine Rechtsberatung. Stand Oktober 2026, Zulassungsregeln bitte immer beim BAMF prüfen.

DaF und DaZ: kurz unterschieden

DaF (Deutsch als Fremdsprache) meint Deutschunterricht für Menschen, die Deutsch außerhalb des deutschsprachigen Raums oder ohne Alltagsbezug dazu lernen, etwa an Sprachschulen im Ausland. DaZ (Deutsch als Zweitsprache) meint Unterricht für Menschen, die in Deutschland, Österreich oder der Schweiz leben und Deutsch für Alltag, Arbeit und Ausbildung brauchen. Viele Stellen verlangen Kenntnisse in beiden Bereichen.

Die wichtigsten Wege im Überblick

Weg Wofür er besonders zählt Aufwand
Studium DaF/DaZ (Bachelor, Master, Erweiterungsfach) Integrationskurse, Hochschulen, Ausland, Leitungsrollen Mehrere Semester
Anderes Studium plus BAMF-Zusatzqualifizierung Integrationskurse 70 oder 140 Unterrichtseinheiten, je nach Vorbildung
Fortbildungsreihen, etwa beim Goethe-Institut Sprachschulen, Ausland, Online-Unterricht Modular, berufsbegleitend
Hochschulzertifikate DaF/DaZ Sprachschulen, Volkshochschulen, Lebenslauf Einige Monate bis ein Jahr
Prüferlizenzen der Prüfungsanbieter Prüfungsvorbereitung und Prüfungen abnehmen Kurze Schulungen, Voraussetzungen je Anbieter

Integrationskurse: die BAMF-Zulassung

Wer in Integrationskursen unterrichten will, braucht eine Zulassung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge. Die Regeln stehen in der Integrationskursverordnung und werden vom BAMF in Zulassungskriterien konkretisiert, die du auf der Website des BAMF findest. Vereinfacht gilt:

  • Mit abgeschlossenem Studium DaF/DaZ ist die Zulassung in der Regel direkt möglich.
  • Mit anderem Hochschulabschluss, etwa in Germanistik, einer anderen Philologie oder im Lehramt, verlangt das BAMF meist eine Zusatzqualifizierung DaZ. Ob die verkürzte Fassung mit 70 Unterrichtseinheiten reicht oder die volle mit 140 Unterrichtseinheiten nötig ist, hängt von Abschluss, Vorerfahrung und vorhandenen DaF/DaZ-Zertifikaten ab.
  • Deutschkenntnisse auf C1-Niveau müssen Lehrkräfte grundsätzlich nachweisen, wenn Deutsch nicht ihre Erstsprache ist. Ausnahmen gelten unter anderem für einen deutschen Schulabschluss oder einen deutschsprachigen Hochschulabschluss.

Die Zusatzqualifizierung bieten Hochschulen, Volkshochschulen und andere vom BAMF zugelassene Einrichtungen an. Für besondere Kursarten, etwa Alphabetisierungskurse oder die Berufssprachkurse, können zusätzliche Qualifizierungen verlangt werden. Prüfe vor der Anmeldung, ob der Anbieter für die Zusatzqualifizierung zugelassen ist und welche Variante für dich gilt.

Goethe-Institut und Hochschulen

Das Goethe-Institut bietet Fortbildungen für DaF-Lehrkräfte an, darunter modulare Reihen, die berufsbegleitend online belegt werden können. Für Stellen im Ausland, an Sprachschulen und für den Lebenslauf sind solche Nachweise wertvoll. Auch viele Hochschulen haben Weiterbildungszertifikate DaF/DaZ im Programm, oft in Teilzeit oder online.

Wichtig: Nicht jedes Zertifikat ersetzt die BAMF-Zusatzqualifizierung. Wenn Integrationskurse dein Ziel sind, frag vorher nach, ob der Kurs dafür anerkannt wird.

Österreich und Schweiz

In Österreich und der Schweiz gelten für Integrations- und Deutschkurse eigene Vorgaben der dort zuständigen Stellen. In Österreich ist das vor allem der Österreichische Integrationsfonds, in der Schweiz sind es die Vorgaben rund um das Rahmenkonzept fide. Die BAMF-Zulassung lässt sich nicht einfach übertragen; informiere dich bei der jeweiligen Stelle.

Private Sprachschulen und Online-Plattformen

Private Schulen und Plattformen entscheiden selbst. Häufig zählen hier:

  • nachweisbare Unterrichtserfahrung, auch im Ehrenamt oder in Tandems,
  • ein Fortbildungszertifikat DaF/DaZ,
  • sehr gute Deutschkenntnisse (Plattformen verlangen oft muttersprachliches oder nahezu muttersprachliches Niveau),
  • ein überzeugendes Profil mit Vorstellungsvideo.

Wie du online startest, steht in Online-Sprachlehrer werden.

Erfahrung sammeln, bevor die Zulassung steht

Unterrichtserfahrung zählt bei fast allen Arbeitgebern, und viele Wege dorthin stehen schon während der Qualifizierung offen: ehrenamtliche Sprachcafés, Sprachpatenschaften, Tandems, Hospitationen an Volkshochschulen oder Nachhilfe. Dokumentiere diese Erfahrung mit Zeitraum, Zielgruppe und Umfang, damit sie im Lebenslauf und bei Anträgen nachvollziehbar ist. Manche Zulassungswege berücksichtigen nachgewiesene Unterrichtspraxis ausdrücklich.

Spezialisierung und nächste Schritte

Viele DaF/DaZ-Lehrkräfte bauen sich ein Profil auf, das über den Grundkurs hinausgeht:

  • Prüfungsvorbereitung für Goethe-Zertifikate, telc, ÖSD oder TestDaF, siehe Spezialisierung Prüfungsvorbereitung.
  • Berufsbezogenes Deutsch für Pflege, Technik oder Verwaltung.
  • Englisch als zweites Fach: Hier ist ein TEFL-Kurs der übliche Einstieg, siehe TEFL-Zertifikat.
  • Unterricht im Ausland, etwa über Ortslehrkraft-Stellen oder Sprachschulen, siehe Im Ausland unterrichten.

Laufende Weiterbildung hält dich auf dem Stand, gerade bei sich ändernden Zulassungsregeln. Überblick: Online-Fortbildungen.

Häufige Fragen

Brauche ich ein DaF-Studium, um Deutsch zu unterrichten?

Nicht überall. Für Integrationskurse ist ein DaF/DaZ-Studium der direkteste Weg zur Zulassung, es gibt aber auch Wege über andere Abschlüsse plus Zusatzqualifizierung. Private Sprachschulen und Plattformen setzen eigene Anforderungen.

Was ist die Zusatzqualifizierung DaZ?

Eine Fortbildung für Lehrkräfte, die ohne DaF/DaZ-Studium in Integrationskursen unterrichten wollen. Je nach Vorbildung verlangt das BAMF die verkürzte Fassung mit 70 oder die volle mit 140 Unterrichtseinheiten. Sie wird von zugelassenen Einrichtungen angeboten.

Kann ich mit einem TEFL-Zertifikat Deutsch unterrichten?

TEFL bezieht sich auf Englisch. Für Deutsch brauchst du DaF/DaZ-spezifische Nachweise. Methodisches Grundwissen aus einem TEFL-Kurs kann dir trotzdem beim Einstieg helfen.

Gelten die BAMF-Regeln auch in Österreich und der Schweiz?

Nein. Die BAMF-Zulassung betrifft Integrationskurse in Deutschland. In Österreich und der Schweiz gelten eigene Vorgaben der dort zuständigen Stellen.

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